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Lieder vom Ende des Kapitalismus - Album

Oh, Pop-Kultur, was wärst du ohne deine Mythen, ohne deine Peter-Licht-Gestalten? Lieder vom Ende des Kapitalismus nennt der 30-Something ohne öffentliches Gesicht und ausgekundschafteter Biographie sein drittes Album und Highlight deutschsprachiger Pop-Musik. 14 Songs enthält es, und die bieten alles, was Pop so unwiderstehlich macht: leichtfüßige Melodien, Melancholie und Texte mit Tief-, Hinter- und auch ein bisschen Schwachsinn.

Der Kölner Peter Licht, der sich selber gerne PeterLicht schreibt, bürgerlich vielleicht Meinrad Jungblut heißt, nahm die Lieder vom Ende des Kapitalismus nicht nur weitgehend im Alleingang auf, er hat sie auch in majestätisch schön fließendes Bett eingeleitet, in dem von Orchestralem bis zu Akustik-Gitarren vieles zu finden ist, nur keine Strudel und Stromschnellen.

Auch textlich hebt sich die Platte von bekannten Namen wie Tomte, Sportfreunde Stiller, Maximilian Hecker, Blumfeld, Tocotronic, Wir sind Helden….ab. Wo andere täglich Wasserstandsmeldungen zu Politik, Kultur und der eigenen Befindlichkeit abgeben, in Manierismen verfallen, mit Banalitäten langweilen oder Sätze bilden, deren achte gezogene Wurzel noch mehr Fragen offen legt, da brilliert Peter Licht mit bisweilen absurden Wortwitz ohne Silbendrechslerei. Mit seiner sympathischen Stimme singt die Pop-Kunstfigur Licht wider besseren Wissens zum Beispiel im Titelsong vom Ende des Kapitalismus. Und das in Zeiten, wo er seine fiesestes Fratzen seit der Industrialisierung zeigt. In „Gerader Weg“ dagegen wird der Rheinländer fast lyrisch und singt: „…draußen vor der Türe / liegen in den Straßen / die Fragen / wie die Toten / über die du steigen musst / wenn du nicht willst / dass das deine Straße ist…“ Licht kommt nicht mit Fakten, Verbesserungsvorschlägen und schon gar nicht mit Besserwisserei und Prätentionen daher, er nähert sich seinen Themen mit viel Witz und Phantasie auch mal durch die Hintertür.
Sven Niechziol

Das hier ist kein Pseudoaufbegehren mit leeren Parolen. Und erst recht keine Sammlung halbironischer Kalauer. Es ist die Selbstreflexion eines Kölner Musikers, der seine Identität verschleiert und trotzdem ein Image verpasst bekam. Denn vor gut fünf Jahren landete PeterLicht den fluffigen Hit „Sonnendeck”. Und selbst wenn er jetzt auf seinem dritten Album Sachen singt wie „wer saufen kann, der kann auch ausschlafen”, dann lauert hinter der skurrilen Niedlichkeit etwas Rebellisches. Mit Wortwitz plädiert er für ein Recht auf Utopie. Und was der Multiinstrumentalist mit elektronischen und analogen Mitteln an Melodien und Popappeal auffährt, dürfte sich auch im gleichgeschalten Musikmainstream durchsetzen. Seine Zukunftsängste sind halt aktuell – und seine Platte somit hochpolitisch.
kulturnews.de (cs)

Reihenfolge der Lieder:

  1. Offenes Ende
  2. Das Absolute Glück
  3. Wettentspannen
  4. Es bleibt uns der Wind
  5. Gerader Weg
  6. Benimmunterricht
  7. Lied vom Ende des Kapitalismus
  8. Hallo Hallo
  9. Wir werden siegen
  10. Der böse Mann
  11. Kopf zwischen Sternen
  12. Unsere Zeit
  13. Du kommst nicht mehr zurück


Lieder vom Ende des Kapitalismus - Album Cover
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